Handheld-GPS und Kartenplotter: Kaufberatung für die Backup-Navigation
Warum du an Bord ein eigenes Backup brauchst, was Handgerät, Tablet und fester Plotter unterscheidet und worauf es beim Kartenmaterial ankommt.
Jede Charter-Yacht hat einen Kartenplotter. Warum also ein eigenes Gerät? Weil die Bordelektronik ausfallen kann, weil das Kartenmaterial auf dem Charterboot oft veraltet ist, und weil ein eigenes Gerät mit eigenen Routen und Wegpunkten den Törn planbar macht, bevor du an Bord bist.
Drei Wege zum Backup: Handgerät, Tablet, fester Plotter
- Handheld-GPS: Robust, wasserdicht, tagelange Akkulaufzeit mit Batterien. Kleines Display, dafür bei jedem Wetter ablesbar und unabhängig vom Bordnetz. Die klassische Wahl als reines Backup.
- Tablet oder Smartphone mit Navigations-App: Großes Display, komfortable Routenplanung, günstiges Kartenmaterial. Nachteile: Akku, Hitze in der Sonne, Ablesbarkeit bei Gegenlicht und Nässe. Mit wasserdichter Hülle und Powerbank ein sehr brauchbares Backup.
- Fester Kartenplotter: Gehört zur Yacht, nicht zu dir. Für Charter-Crews nur relevant, wenn du ein eigenes Boot hast.
Für den Charter-Skipper ist die Kombination aus Tablet für die Planung und Handheld-GPS als Notfallgerät die belastbarste Lösung.
Kartenmaterial: Der eigentliche Kostenfaktor
Ein GPS-Gerät ohne Seekarte zeigt nur Koordinaten. Das Kartenmaterial für dein Revier kaufst du separat - bei Handgeräten als Kartenmodul, bei Apps als In-App-Kauf pro Region. Prüfe vor dem Kauf, ob es für dein Revier aktuelle Karten gibt und was sie kosten. Für Mittelmeer, Ostsee und Karibik ist die Auswahl groß, für Fernziele wird es dünner.
Wasserdichtigkeit und Akku
Für den Cockpit-Einsatz sollte ein Handgerät mindestens nach IPX7 geschützt sein (zeitweises Untertauchen). Ein Schwimmgehäuse ist ein Plus, weil ein über Bord gegangenes Gerät sonst weg ist. Bei der Akkulaufzeit zählt weniger der Herstellerwert als die Frage, ob du das Gerät mit Standardbatterien betreiben kannst - die gibt es in jeder Marina.
AIS, Funk und was ein GPS nicht ersetzt
Manche Geräte empfangen AIS-Signale und zeigen Berufsschifffahrt in der Nähe. Das ist hilfreich, ersetzt aber weder das UKW-Seefunkgerät der Yacht noch den Ausguck. Ein GPS ersetzt auch keine Papierkarte: In vielen Revieren ist eine aktuelle Seekarte an Bord vorgeschrieben, und beim Ausfall aller Elektronik ist sie deine einzige Navigation.
Bedienung bei Seegang
Große Tasten, die sich mit nassen oder kalten Fingern bedienen lassen, sind wichtiger als ein Touchscreen. Probiere vor dem Törn aus, wie du einen Wegpunkt setzt, eine Route aktivierst und die Mann-über-Bord-Funktion auslöst - im Ernstfall ist keine Zeit fürs Handbuch.
Häufige Fragen
Reicht eine Navigations-App auf dem Handy als Backup?
Als Planungswerkzeug ja, als alleiniges Backup nur eingeschränkt: Das Handy ist gleichzeitig Telefon, Kamera und Wetterquelle, der Akku ist schnell leer und das Display bei Sonne kaum lesbar. Ein zusätzliches Handgerät oder zumindest eine wasserdichte Hülle plus Powerbank sind sinnvoll.
Brauche ich als Charter-Skipper eigenes Kartenmaterial?
Vorgeschrieben ist es nicht, die Yacht bringt Karten und Plotter mit. Eigene Karten lohnen sich trotzdem, weil du Routen und Ankerplätze vor dem Törn planen kannst und nicht von veraltetem Bordmaterial abhängst.
Was ist der Unterschied zwischen GPS und Kartenplotter?
GPS bestimmt nur die Position. Ein Kartenplotter zeigt diese Position auf einer elektronischen Seekarte und bietet Routenplanung, Wegpunkte und Alarme. Moderne Handgeräte und Apps vereinen beides.
Passende Angebote: Navigation
Preise sind Richtwerte, Stand Juni 2026 - der aktuelle Preis steht beim Anbieter.
Handheld-GPS & Kartenplotter
Als Backup zur Bordnavigation unverzichtbar. Robuste Handgeräte funktionieren auch, wenn die Bordelektronik streikt.
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