Schiff Da bin ich doch letztens im Keller auf diese Kiste gestoßen. Hey, das ist doch meine alte Seekiste!
Lange hatte ich hier nicht mehr reingeschaut, und plötzlich war es wie im Märchen. Ich hielt mein altes Seefahrtsbuch in der Hand und hatte wieder angemustert. Alle möglichen Sachen habe ich gefunden. Da könnte man ja schon eine Ecke in unserer alten Hafenkneipe ausstatten.
Was ich alles so ausgegraben habe, kann man hier nach und nach bewundern. Vielleicht habt Ihr ja auch solche Erinnerungen? Immer ran damit! Damit die Landratten mal sehen, was es so alles gab.

Zum zweiten Teil der Seekiste
Rechts sieht man die Kapitänsmütze meines Vaters mit der Kokarde (Emblem) der Deutschen Seereederei Rostock. Die komplette Uniform hatte er dem Museum im Pulverturm zu Greifswald (Vorpommern) geschenkt. Dort ist sie natürlich immer noch zu bewundern. Die Mütze und die Schulterstücke besitzen noch das echte Messinggeflecht und keine später übliche Stickerei. In der modernen Schiffahrt verliert die Uniform mehr und mehr an Bedeutung und ist heute wohl schon gänzlich verschwunden.
 
Kapitänsmütze
Muetze Hier links ist meine Uniformmütze vom Fischfang Rostock zu sehen. Getragen hat man diese aber nur sehr selten. Das letzte Mal beim Lehrabschluß.
KalmarhakenDer Haken rechts besitzt eine phosphoreszierende Oberfläche und wurde für den Fang von Kalmar eingesetzt. Dabei wurde ausgenutzt, daß man mit Licht die "Tintenfische" anlocken konnte. Daneben gab es aber auch die klassische Schleppnetzfischerei. Wenn die Japaner auch auf dem Fangplatz im Südwestatlantik waren, wurde die Nacht oft zum hellichten Tag gemacht. Beide Fotos kann man vergrößern.
 
Netznadeln
Das ist das wichtigste Handwerkszeug des Netzmachers - die Netznadeln. Das Herstellen der Fischnetze nennt sich Netzstricken. Am häufigsten wird der Schotenstek aber auch der Kreuzknoten verwendet. Die einfachste und schnellste Art ist das Anstricken an einen alten Netztuchstreifen. An Bord wurden natürlich nur Reparaturen durchgeführt, da die großen Fangnetze auf dem Netzboden der Reederei gefertigt oder von speziellen Herstellern geliefert wurden. Wenn Interesse besteht, beschreibt der Maschinist mal, wie so ein Netz gestrickt wird :-)
 
Segelmacherhandschuh
Da wir gerade bei den Netzmachern sind, kommt hier auch gleich Werkzeug des Segelmachers. Gewissermaßen der bekannte Fingerhut in der Großversion. Mit dem Nadelhandschuh werden die Nadeln durch das schwere Segeltuch gedrückt. Oben sieht man eine Netznadel. Das ist garnicht so untypisch, da man so die Nadeln immer griffbereit hat.
 
Flaschenöffner

Hier vermutet der Kunstkenner sicherlich eine gewisse Anspielung auf die Klassische Antike, gepaart mit Traditionen der Volkskunst aus dem Kongo. Na ja, manchmal war die Freiwache auch etwas länger und man hatte viel Unfug im Kopf. Ach übrigens, dies ist ein Flaschenöffner ;o). Alles andere streite ich ab!
 

Warnemünde
Dies ist ein altes Panorama von Warnemünde. Gefunden im Rostocker Abrißtrümmer der Altstadt. Ich kann nur rekonstruieren, daß es etwa um 1920 entstanden sein muß. Vielleicht kennt sich ja jemand besser aus.
Positionen Der Hochseefischer
Das einzig Lesenswerte in dieser Betriebszeitung des Fischkombinates Rostock waren die Schiffspositionen (hier vom 30.07.1987). Ansonsten war es Parteiorgan und wurde wie das Pendant der Seereederei "Voll Voraus" Flottenbummi genannt. Das kam daher, daß es in der DDR den Bummi gab. Ein Heft mit Geschichten, Zeichnungen und Märchen für die Kleinsten, und Märchen wurden im Hochseefischer viel erzählt. Beachtenswert ist auch der Preis von 5 Pfennig. Zum Flottenbummi der DSR.
DSR   Schiffsversorgung
Das ist Werbung aus dem Jahrbuch der Schiffahrt 1968
die letzte ReiseHier zwei Auszüge aus dem Seefahrtsbuch. Links meine letzte Reise in der Großen Hochseefischerei. Leider hatte der Kollege im Heuerbüro seine Brille vergessen. Unten der Sichtvermerk der Polizeibehörde (in Zusammenarbeit mit dem MfS). Nicht seemännisches Können, sondern willkürliche politische Beurteilungen entschieden über ein Berufsverbot bei Entzug dieses Stempels. Daneben Ausreise aus Angola (Westafrika).
   Sichtvermerk

Besatzung Logbuch
Ein Auszug aus der Besatzungsliste des Dampfers "Vorwärts", des ersten Schiffes der jungen Handelsflotte der DDR. Hier habe ich später in der AG Elektrotechnik meinen ersten Lötzinn verkleckert, da war sie schon "Pionierschiff". Hier ein Auszug aus dem Logbuch der "Vorwärts". Viele Rostocker hat es damals kurz vor der Wende tief betroffen gemacht, als sie verschrottet wurde. Die Proteste der Rostocker wurden - wie so oft ignoriert -, und die Wende kam für diesen Dampfer zu spät. Die Namen sind von mir verwischt. Danke für diese schönen Kopien! Bilder einfach anklicken zum Vergrößern.
Zeugnis Seefunk
Auf der linken Seite habe ich mein Facharbeiterzeugnis "Schiffsbetriebsschlosser mit Abitur" abgebildet. War schon eine sehr umfangreiche und gute Ausbildung in der Rostocker Berufsschule.
Oben ist der Kopf eines Seefunktelegramms zu sehen. Bilder einfach anklicken zum Vergrößern.

Original-URL von Hart-Steuerbord