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Meine erste Reise im Fischkombinat Rostock
Karl Damboldt E-Mail an den Autor

Ich hegte schon immer den Wunsch zur See zu fahren. Irgendwann fasste ich dann Mut und schrieb 1967 eine Bewerbung an das Fischkombinat Rostock. Bekam auch Bewerbungsunterlagen, die ich ausfüllte und zurück schickte. Dann tat sich Monate lang absolut nichts. Zwischendurch musste ich nur zum Arzt zur Voruntersuchung. Später erfuhr ich von Nachbarn und ehemaligen Kollegen, dass die Stasi Erkundigungen über mich eingeholt hat. Ende November bekam ich den Bescheid, dass ich eingestellt werde. Nun ging es nicht schnell genug. Als ich am nächsten Tag zur Arbeit kam ( VEB Mähdrescherwerk Weimar ), wurde ich sofort zum Personalbüro beordert und bekam gleich meine Unterlagen.

Noch am gleichen Tag mußte ich nach Rostock reisen, denn am 01.12.1967 um 8 Uhr morgens sollte ich mich im Kombinat melden. Das Seefahrtsbuch lag schon bereit und bedurfte nur noch meiner Unterschrift. Den Tag werde ich in meinen Leben nicht vergessen. Die Lauferei nahm kein Ende, denn zu der Zeit gab es kein Gebäude worin alle Büros untergebracht waren. Zur Seetauglichkeit musste ich auch noch. Sachen aus dem Haus der Hochseefischer ( Höhle ) holen und um 16 Uhr auf ROS 216 Meißen anheuern. Um 18 Uhr u. 30 Minuten sind wir dann ausgelaufen und nahmen Kurs auf Aberden ( Schottland ), mussten dort Ersatzteile aufnehmen und nahmen dann Kurs in Richtung Labrador auf. Die See war rau und stürmisch. Auf den Fangplatz angekommen wurde die Heimatpost an ROS 317 Junge Garde abgegeben, die sie weiter verteilte. Es begann die harte Arbeit im Eis. Wer einmal dort war, der weiß was das bedeutete.


Anmerkung: Der Autor fuhr 24 Jahre in der Großen Hochseefischerei beim Fischfang Rostock zur See. Danke für diese tolle Geschichte.
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Original-URL von Hart-Steuerbord