Die Schiffe Die See Die Lyrik
Der Hochseefischer ist schon was ganz besonderes. Die Arbeit an Bord war verdammt hart,Achterschiff ROS 80x und die Reisen waren damals immer so um die 100 Tage lang. Zwischendurch gab es nichts weiter als Wasser, Himmel und hoffentlich Fisch. Alles drehte sich um Fisch. Wenn wir ihn jagten, gab es keine Politik, dann gab es nur noch Arbeit. Das hat eine Mannschaft nirgendwo anders in der Seefahrt so zusammengeschmiedet. Heute bin ich Programmierer, sitze hier vor dem Bildschirm und bin verdammt stolz, dabei gewesen zu sein.
Hier nebenan ROS 802 oder 807 beim Heringseinsatz in der Ostsee (Greifswalder Bodden). Immer zur Saison, meist März/April, wurden Fangschiffe nur zur Verarbeitung in den Bodden geschickt. Dort übernahmen wir den Steert direkt von den Kuttern. Manchmal flogen auch ein paar Aale an Bord und "ne Buddel Schluck" zurück. Man arbeitete Tag und Nacht. Ab und zu machte ein Kutter bei uns fest, damit die Fischer mal bischen Schlaf fassen konnten.

Heringsfischerei in der Ostsee - Übergabe des Steerts an das Mutterschiff
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Aufkommen Einholen Hochziehen Ausleeren
Der Kutter kommt auf. Der Steert ist aufgenommen und wird an Deck gehievt. Dann in die Fischluk entleert.


200 Kiepen Hiev Up
ca. 200 Korb liegen an Deck. Der Steert kurz nach dem Hieven.
Hochseefischer 300 Kiepen
Hochseefischer bei der Pause. Erkennt sich jemand?
von links: Jürgen Schautzki (Netzmacher), Thomas Volksdorf (Windenfahrer) und Dirk Müller (Vollmatrose) auf ROS 306
ca. 300 Korb auf dem Achterdeck eines Rostocker Verarbeiters.(Ist doch einer - oder?)
vier Fotos: Dirk Steglich langjähriger Hochseefischer.
Produktion
Copyright © 2001 Rainer Caspari http://www.ercl.net
Hier standen wohl die härtesten Hochseefischer! Frauen und Männer arbeiteten in der Produktion. Facharbeiter für Fischverarbeitung aber auch alle anderen Berufe, Abendteurer und Aussteiger waren hier vertreten. Gutes Geld gab es zu verdienen, doch 12 Stunden im Fisch kochten auch die härtesten weich. Am Ende der Reise waren alle abgefischt, wie wir sagten.
Viele Namen hatten die Jungs in der Produktion, abfällige und hochachtungsvolle, doch eins weiß ich heute: Ohne Euch hätten wir nicht einen Pfennig verdient!!!

1000 Kiepen Hier liegt ein "1000 Kiepen Büdel" an Deck des Supertrawlers ROS 332 "Kurt Barthel". Ein wenig ist schon in die Fischluken gegangen, und die Produktion läuft auf vollen Touren. Dieser Fang wurde vor Namibia gemacht. Manchmal waren die Fischbunker so voll, daß Steerts an Deck mit Feuerlösch gekühlt werden mußten. Fette Beute für die Heimat und den Geldbeutel.

Foto: Uwe Köhn, langjähriger Hochseefischer aus Rostock.



Original-URL von Hart-Steuerbord